René Becker • 8. Februar 2026

Ein neurozentriertes Fallbeispiel aus der Praxis

In der klassischen Schmerz- und Bewegungstherapie liegt der Fokus häufig auf Strukturen: Muskeln, Sehnen, Knochen. Doch gerade bei hartnäckigen oder diffusen Beschwerden zeigt sich immer wieder, dass das Nervensystem eine entscheidende Rolle spielt – sowohl bei der Entstehung als auch bei der Auflösung von Schmerzen.

Dieses Fallbeispiel aus der Praxis zeigt, wie neurozentriertes Training, gezielte sensorische Reize und elektrische Stimulation ineinandergreifen können, um Heilungsprozesse sinnvoll zu unterstützen.

Die Ausgangssituation: Schmerzen im Fuß nach Belastung

Nach einer längeren Gehbelastung traten deutliche Schmerzen im Fuß auf, insbesondere im Bereich des Mittelfußes und der lateralen Fußkante.
Die ärztliche Abklärung ergab den Verdacht auf eine Knochenmarksreizung (Bone Marrow Edema) – eine entzündliche Reaktion im Knocheninneren, die häufig mit Belastungsschmerzen einhergeht.

Typisch für solche Fälle:

- Schmerzen bei Belastung, weniger in Ruhe

- Druckempfindlichkeit im Mittelfußbereich

- Schonverhalten beim Gehen

- Teilweise ausstrahlende Beschwerden Richtung Knie oder Hüfte

Warum Schmerz nicht nur ein Strukturproblem ist

Eine Knochenmarksreizung ist zwar ein struktureller Befund, doch das Schmerzempfinden entsteht im Nervensystem.
Bei längerer Reizung kommt es häufig zu:

- sensomotorischer Unsicherheit im betroffenen Areal

- veränderter Gelenkwahrnehmung

- arthrokinetischen Reflexen, die Muskelketten hemmen oder überaktivieren

- kompensatorischen Bewegungsmustern in Knie, Hüfte oder Rumpf

Das bedeutet:

Selbst wenn das Gewebe beginnt zu heilen, kann das Nervensystem weiterhin „Alarm schlagen“.

Der neurozentrierte Ansatz

Statt ausschließlich lokal zu behandeln, wurde ein mehrschichtiger neurozentrierter Ansatz gewählt:

1. Sensorische Reizsetzung

- Kontrastreize (weich–hart, warm–kalt, spitz–rund)

- Ziel: Gate-Control-Schmerzhemmung und bessere sensorische Differenzierung

2. Elektrische Stimulation (TENS)

- Einsatz gezielter Programme zur Schmerzmodulation

- Kurzfristige Reaktivierungen wurden bewusst eingeplant und beobachtet

- Wichtig: Reiz ≠ Schaden, sondern oft Teil des Anpassungsprozesses

3. Arthrokinetische Reflexe – bewusst und kontrolliert

- Gelenknahe Reize erhöhen kurzfristig die neuronale Aufmerksamkeit

- Gleichzeitig entscheidend: Reflexe anschließend wieder auflösen

- Hier kamen bewährte neuroathletische Techniken wie Toe Pulls zum Einsatz

4. Vestibuläre & neuronale Integration

- Gleichgewichtsreize

- Kopf- und Augenbewegungen

- Atemmodulation zur parasympathischen Regulation

Der Verlauf: Heilung ist kein linearer Prozess

Im Verlauf der Behandlung zeigte sich ein typisches Muster:

- Kurzzeitige Verschlechterung nach intensiveren Reizen

- Danach deutliche Verbesserung

- Zunehmende Belastbarkeit

- Schließlich vollständige Schmerzfreiheit im Alltag

Ein wichtiger Punkt:

Schmerzfreiheit bedeutet nicht automatisch vollständige neuronale Normalisierung – aber sie ist ein starkes klinisches Zeichen.

Wann kann eine Behandlung beendet werden?

Da Veränderungen im Knochenmark nur über Bildgebung sicher beurteilbar sind, bleibt immer eine gewisse Unsicherheit.
In der Praxis hat sich bewährt:

- TENS nicht abrupt, sondern ausschleichend zu beenden

- Das Nervensystem über Bewegung und Training weiter zu versorgen

- Die Eigenwahrnehmung und Belastbarkeit als primäre Marker zu nutzen

In diesem Fall konnte die TENS-Behandlung nach deutlicher Besserung kontrolliert reduziert und schließlich beendet werden – ohne Rückfall.

Fazit: Neurozentriertes Training ergänzt klassische Therapie sinnvoll

Dieses Fallbeispiel zeigt eindrücklich:

- Schmerz ist selten nur ein lokales Strukturproblem

- Das Nervensystem entscheidet maßgeblich über Heilung oder Persistenz

- Reize müssen gezielt gesetzt, aber auch integriert und wieder gelöst werden

Neurozentriertes Training bietet hier einen Rahmen, um:

- Heilungsprozesse zu begleiten

- Rückfälle zu vermeiden

- Bewegung wieder sicher und effizient zu machen
von René Becker 15. Februar 2026
Ein Klient kam mit einer komplexen Ausgangssituation zu mir: - Zustand nach Dekompression des Ulnarisnervs - eingeschränkte Fingerbewegung (v. a. Ring- und Kleinfinger) - Sensibilitätsstörungen - elektrische Missempfindungen bei Berührung - reduzierte Handkraft links - zusätzlich Knieproblematik, Psoas-Reizung, lumbale Beschwerden Ein klassischer Fall, bei dem man schnell in eine rein strukturelle Denkweise rutschen kann. Doch genau hier beginnt die eigentliche Arbeit: nicht am Gewebe – sondern am Nervensystem. Schritt 1: Was funktioniert noch? Statt sofort zu „behandeln“, testen wir zuerst. Handkraft: Rechts 60 kg. Links 42,7 kg. Die linke Hand war also nicht „tot“. Sie war gehemmt. Bewegungen waren möglich – aber qualitativ eingeschränkt. Kartierung der Finger schlecht. Vertikale Sakkaden verbesserten die Bewegungsqualität leicht. Das Gehirn reagierte. Das war entscheidend. Schritt 2: Sensibilität verstehen Direkte Vibration am Kleinfinger → elektrische Reaktionen. Leichte Stimulation proximal → tolerierbar. Das zeigt: Der Nerv war nicht „kaputt“. Er war übererregt und unsauber repräsentiert. Also arbeiteten wir mit: - Niedrig dosierter funktioneller Elektrostimulation - Augen-Hand-Kopplung - gezielter Fingerkartierung - klar strukturierten Bewegungsrichtungen (keine komplexen Muster) Kein Spiegeltraining. Keine Überstimulation. Kein Chaos im Cortex. Schritt 3: Die Hüfte und das Knie – der unterschätzte Faktor Parallel zeigte sich: - Asymmetrischer Psoas - Adduktor links schwächer - Lumbale Reizung L4/L5 - Treppenabstieg schmerzhaft Interessant war: Nach Toe Pulls und gezielter Nervmodulation im Beckenbereich verbesserte sich die Hüftbeweglichkeit sofort. Nach Reduktion der Intensität im Sofa-Stretch beruhigte sich der untere Rücken. Das MRT bestätigte später: Eine rechtsparamediane L4/L5-Protrusion – ohne strukturelle Einengung. Also kein chirurgischer Fall. Sondern ein neurofunktionelles Problem. Schritt 4: Progression – aber intelligent Wir steigerten nicht die Intensität. Wir steigerten die Präzision. - Psoas-Limb-Coupling in niedriger Belastung - laterale Gleitmobilisation - Adduktor-Reaktivierung nach Psoas-Entspannung - exzentrische Treppenintegration Gleichzeitig: - FES in klaren Phasen - zentrale Transferarbeit - visuelle Integration - Fingerkartierung mit klarer Richtungsvorgabe Langsam wurde die Bewegungsqualität stabiler. Die Sensibilität normalisierte sich. Die elektrischen Blitze verschwanden. Der Wendepunkt Der entscheidende Moment war nicht ein spektakulärer Durchbruch. Es war die Rückmeldung: „Ich kann den Ringfinger wieder bewusst ansteuern.“ Von dort aus ging es Schritt für Schritt: - Bewegungen wurden runder - Achten wurden möglich - Kraft stabilisierte sich - Sensibilität normalisierte sich - Treppenabstieg schmerzfrei Nicht durch ein einzelnes Tool. Sondern durch systematische Reorganisation. Ergebnis Am Ende standen: ✔ Wiederhergestellte Fingerbeweglichkeit ✔ Normale Sensibilität ✔ stabile Handkraft ✔ belastbares Knie ✔ schmerzfreie Hüfte ✔ sichere Bewegung im Alltag Keine Wunderheilung. Sondern Neurophysiologie. Fazit Bei peripheren Nervenproblemen reicht es nicht, „am Nerv zu ziehen“. Man muss verstehen: Wie das Gehirn die Region repräsentiert Wie Schutzmuster entstehen Wie sensomotorische Mismatchs wirken Wie Segmentarbeit und visuelle Integration zusammenspielen Der Körper heilt nicht isoliert. Er organisiert sich neu. Und genau das war hier der Schlüssel.
von René Becker 11. Februar 2026
Auch bei optimaler Vorbereitung, hoher Trainingsqualität und sehr guter körperlicher Verfassung lassen sich Muskel- und Sehnenverletzungen im MMA nicht vollständig vermeiden. Sportarten mit explosiven Bewegungen, schnellen Richtungswechseln und hoher Zugbelastung stellen extreme Anforderungen an das neuromuskuläre System. Wenn eine Verletzung eingetreten ist, verändert sich der Fokus: Nicht mehr die Prävention steht im Vordergrund, sondern die Frage, wie Training und Rehabilitation neurophysiologisch sinnvoll miteinander verknüpft werden, um Heilung zu unterstützen und spätere Rückfälle zu vermeiden. Verletzungen der hinteren Kette – kein reines Strukturproblem Verletzungen im Bereich der ischiokruralen Muskulatur, insbesondere des Bizeps femoris nahe des Übergangs zum Gesäß, treten im Hochleistungssport regelmäßig auf. Auffällig ist, dass sie häufig nicht unter maximaler Belastung, sondern in Übergangssituationen entstehen: - beim Aufwärmen - beim schnellen Anziehen von Spannung - bei plötzlichen Richtungswechseln Aus neurozentrierter Sicht handelt es sich dabei selten um ein isoliertes Muskelproblem. Viel häufiger liegt eine Diskrepanz zwischen geplanter Bewegung, wahrgenommener Stabilität und neuronaler Freigabe vor. Das Nervensystem reagiert in solchen Momenten mit Schutzspannung – und genau diese Spannung erhöht das Verletzungsrisiko. Rehabilitation heißt: wieder trainieren – aber neurologisch geführt Ein zentraler Fehler in der Rehabilitation ist die Gleichsetzung von Verletzung mit Trainingsstopp. Gerade im Leistungssport ist das weder praktikabel noch sinnvoll. Stattdessen geht es darum, Training gezielt zu filtern: - Bewegungen mit hoher Rotationsanforderung oder starkem Gegendruck werden zunächst vermieden - explosive Hüftstreckungen und dynamische Kicks bleiben außen vor - technische Inhalte wie Schlagarbeit, Abwehr, kontrollierte Beinarbeit und taktische Sequenzen sind häufig früh wieder möglich Der entscheidende Faktor ist dabei nicht die Übung selbst, sondern die neuronale Bewertung der Bewegung. Warum frühe Beckenstabilisierung neurophysiologisch problematisch ist Klassische Reha-Ansätze setzen nach Verletzungen der hinteren Kette häufig früh auf Beckenheben oder ähnliche Stabilisationsübungen. Mechanisch betrachtet erscheinen diese sinnvoll – neurophysiologisch jedoch oft zu früh. Aktive Hüftstreckung bei fixiertem Becken: - erhöht den Zug am proximalen Sehnenansatz - erfordert hohe neuronale Stabilitätsfreigabe - provoziert häufig Schutzspannung im System Aus neurozentrierter Sicht gilt: Stabilisierung ist kein Startpunkt, sondern ein Ergebnis. Bevor das Nervensystem ausreichende Sicherheit wahrnimmt, sollte keine aktive Beckenfixierung unter Last erfolgen. Stoffwechsel & Diffusion: Heilung braucht Bewegung – aber die richtige Sehnen- und Ansatzstrukturen verfügen über eine eingeschränkte direkte Durchblutung. Ihre Regeneration erfolgt primär über Diffusionsprozesse, ausgelöst durch wechselnde Zug- und Druckreize bei niedriger Intensität. Ein sinnvoller Reha-Ansatz setzt deshalb auf: - zyklische, kontrollierte Bewegung - geringe Intensität - Vermeidung von Endspannungen Bewegungen im distalen Bereich der ischiokruralen Muskulatur, etwa nahe des Knies, können gezielt genutzt werden. Sie erzeugen indirekte Reize auf das proximale Areal, fördern den lokalen Stoffwechsel und unterstützen die Regeneration, ohne das verletzte Gewebe zu überlasten. Neurozentrierter Fokus: Sicherheit erzeugt Belastbarkeit Der zentrale Unterschied eines neurozentrierten Ansatzes liegt darin, nicht das Gewebe, sondern das Nervensystem zuerst zu adressieren. Wichtige Schwerpunkte in dieser Phase sind: Wahrnehmung und Orientierung Das Nervensystem muss jederzeit wissen, wo sich Becken, Rumpf und Extremitäten im Raum befinden. Fehlende Orientierung führt zu erhöhter Schutzspannung. Vestibuläre Integration Das Gleichgewichtssystem spielt eine zentrale Rolle bei der Einschätzung von Stabilität. Sanfte vestibuläre Reize helfen, Grundspannung zu regulieren und Bewegung wieder freizugeben. Spannungsregulation Ziel ist nicht maximale Aktivierung, sondern adaptive Spannung – also die Fähigkeit, Spannung situationsabhängig aufzubauen und wieder zu lösen. Bewegungsrepräsentation erhalten Auch bei reduzierter Belastung darf die Bewegung nicht „aus dem System verschwinden“. Neuronale Aktivierung ohne mechanische Überforderung hält Bewegungsmuster verfügbar. Von Schonung zu Belastbarkeit – die richtige Reihenfolge Neurozentrierte Rehabilitation folgt einer klaren Logik: Steuerung vor Stabilisierung. Wahrnehmung vor Kraft. Sicherheit vor Dynamik. Erst wenn Bewegung ruhig, kontrolliert und ohne kompensatorische Spannung möglich ist, werden: - strukturelle Kräftigung - Rotationsarbeit - und später dynamische, schnelle Inhalte wieder integriert. Fazit Muskel- und Sehnenverletzungen im MMA sind selten reine Strukturprobleme. Sie entstehen und heilen innerhalb eines komplexen neuronalen Systems. Eine nachhaltige Rehabilitation: - integriert Training frühzeitig, aber selektiv - nutzt Bewegung gezielt zur Förderung von Stoffwechsel und Diffusion - stellt neuronale Sicherheit und Spannungsregulation vor mechanische Belastung So entsteht die Basis für den nächsten Schritt: Return to Performance – mit Schnelligkeit, Reaktivität und kampfspezifischer Dynamik. 👉 Genau dieser Übergang wird im nächsten Artikel detailliert behandelt.
von René Becker 7. Februar 2026
Verletzungen gehören im MMA – wie in vielen Hochleistungssportarten – zum Alltag. Muskelzerrungen, Sehnenreizungen oder strukturelle Schäden treten dabei häufig nicht im Kampf selbst, sondern in Vorbereitungsphasen auf: im Training, im Aufwärmen oder in Übergangssituationen. Gerade Verletzungen im Bereich der hinteren Kette – insbesondere der ischiokruralen Muskulatur – werfen dabei eine zentrale Frage auf: Warum versagt ein System, das eigentlich leistungsbereit sein sollte? Die klassische Sicht greift zu kurz Traditionell werden Muskel- und Sehnenverletzungen meist mechanisch erklärt: - zu wenig Mobility - zu hohe Intensität - mangelnde Regeneration - strukturelle Schwächen Diese Faktoren spielen zweifellos eine Rolle. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder: Zwei Athleten mit ähnlicher Belastung reagieren völlig unterschiedlich. Der entscheidende Unterschied liegt häufig nicht im Gewebe, sondern in der neurologischen Steuerung, die diesem Gewebe vorgelagert ist. Verletzungen als Ausdruck fehlender neuronaler Freigabe Aus neurozentrierter Perspektive entstehen viele akute Verletzungen nicht durch „Überlastung“, sondern durch plötzliche Schutzreaktionen des Nervensystems. Wenn das Gehirn eine Situation als unsicher einstuft – sei es durch: - unzureichende Gelenk- oder Positionswahrnehmung - fehlende Stabilitätsinformation - gestörte Integration von vestibulären, visuellen oder propriozeptiven Reizen wird Spannung reflexartig hochgefahren. Das Ergebnis: - erhöhte Grundspannung - reduzierte Elastizität - verzögerte Anpassungsfähigkeit In genau solchen Momenten sind Muskeln und Sehnen mechanisch belastbar, aber neurologisch nicht freigegeben. Warum das Aufwärmen ein kritischer Moment ist Auffällig ist, dass viele Verletzungen nicht unter Maximalbelastung, sondern: - beim Mobilisieren - beim explosiven Anziehen - beim ersten intensiveren Bewegungswechsel auftreten. Das Aufwärmen ist neurologisch betrachtet kein neutraler Zustand. Es ist eine Phase, in der das Nervensystem entscheidet: Bin ich bereit, diese Bewegung unter Spannung freizugeben – oder nicht? Fehlt in diesem Moment die passende neuronale Vorbereitung, kann selbst eine alltägliche Bewegung zum Auslöser werden. Neurozentrierte Prävention im MMA-Training Ein präventiver Ansatz im MMA sollte deshalb vor der klassischen Belastungssteuerung ansetzen. Zentrale Bausteine sind: 1. Verbesserung der Körper- und Gelenkwahrnehmung Je klarer das Nervensystem Position, Winkel und Belastungsrichtung wahrnimmt, desto geringer ist der Bedarf an Schutzspannung. 2. Integration der hinteren Kette in sichere Bewegungsmuster Nicht isolierte Dehnung oder Kräftigung, sondern funktionelle Ansteuerung unter stabilen Rahmenbedingungen. 3. Vorbereitung auf Richtungswechsel und Explosivität MMA ist unvorhersehbar. Training sollte das Nervensystem gezielt auf Transitionsmomente vorbereiten – nicht nur auf Endpositionen. 4. Reduktion unnötiger Grundspannung Hohe Spannung ist nicht gleich hohe Leistungsfähigkeit. Im Gegenteil: Ein reguliertes Nervensystem erlaubt schnellere, elastischere Kraftentfaltung. Prävention heißt nicht Schonung – sondern bessere Steuerung Neurozentriertes Training zielt nicht darauf ab, Athleten vorsichtiger zu machen. Es macht sie steuerungsfähiger. Ein gut vorbereitetes Nervensystem: - erkennt Belastung frühzeitig - passt Spannung dynamisch an - schützt Strukturen, ohne Leistung zu blockieren Damit wird Verletzungsprävention nicht zu einem Zusatzmodul, sondern zu einem integralen Bestandteil des Leistungsaufbaus. Übertragbar auf andere Sportarten Auch wenn MMA extreme Anforderungen stellt, gilt dieses Prinzip sportartenübergreifend: - Sprint- und Teamsport - Kraft- und Schnellkraftdisziplinen - Ausdauer mit explosiven Anteilen Überall dort, wo hohe Kräfte unter Zeitdruck wirken, entscheidet die neuronale Steuerung über Belastbarkeit – nicht allein die Struktur. Fazit Muskel- und Sehnenverletzungen sind selten reine „Materialfehler“. Sie sind häufig das Ergebnis eines Systems, das zu spät oder zu unspezifisch vorbereitet wurde. Wer Verletzungsprävention im MMA ernst nimmt, sollte deshalb nicht nur fragen: Wie stark ist der Muskel? sondern vor allem: Wie sicher fühlt sich das Nervensystem in dieser Bewegung? Genau hier setzt neurozentriertes Training an – als Grundlage für robuste, leistungsfähige und langfristig belastbare Athleten.
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Entdecke, wie neurozentriertes Training dein Nervensystem stärkt, Bewegungsqualität verbessert, Schmerzen reduziert und Leistung nachhaltig steigert.